Sophia’s Story

Oder: Warum deine Hilfe tatsächlich Leben retten kann

Ȁhmmm, gehts jetzt los? Soll ich jetzt?
Okay, also: Ich bin Sophia …

… die andere heiße Schnitte im Bild, die kleine Schwarzohr-Schnecke, das is’ Pina, ’ne gute Freundin. Aber heute soll es wohl um mich gehen, ich soll heute ein bisschen was erzählen, sagen meine Zweibeiner. Weil ich so viel Glück hatte. Und weil meine Geschichte helfen kann, damit noch ein paar mehr Fellnasen Glück haben. Das große Glück, zu leben.

Seid ihr bereit? Dann machts euch mal bequem, holt euch ne Tasse Kaffee und schaut euch meine Geschichte an … eine Geschichte, die so oder so ähnlich auch unzähligen meiner Artgenossen widerfährt. (…)

»Ehrlich gesagt kann ich mich gar nicht mehr sooo genau an alles erinnern. Was ich noch sehr genau weiß: Dass mir furchtbar kalt war, obwohl es im Mai eigentlich gar nicht wirklich kalt ist. Aber das lag wohl daran, dass ich mich schon eine ganze Weile nich’ mehr bewegen konnte. Wenn ich versuchte aufzustehen und zu laufen, tat das unfassbar weh, so dass ich mich gleich wieder fallen ließ.«

»Nachdem mich dieses große Monster mit den zwei Feueraugen erwischt hatte, hab ich zuerst gar nicht bemerkt, dass etwas mit mir nicht stimmte. Ich wollte eigentlich nur auf die andere Straßenseite … und dann ging plötzlich alles so schnell. Im Graben wollte ich dann nur kurz ausruhen, weil mir auf einmal schwarz vor Augen wurde. Tja – und dann konnte ich nicht mehr aufstehen.«

»Außerdem hatte ich so dermaßen Hunger, ich kann euch das gar nicht beschreiben. Ich hatte das Gefühl, der letzte gefundene Happen war Tage her. Ein Stück muffiges Brot, das grausig schmeckte – aber jetzt wär’s ein Festmahl gewesen. Oh Mann, an diesen fiesen Hunger kann ich mich echt gut erinnern. Irgendwann kaute ich aus Verzweiflung sogar ein Stück Plastik, das ich neben mir im Graben gefunden hatte. Dann tat mir auch noch der ganze Mund weh.«

»Ich weiß noch, dass ich immer wieder eingenickt war. Dass es so furchtbar dunkel war. Und dass ich irgendwann nicht mal mehr die Kälte gespürt hab, nur noch Stachel überall, im Fell, am Bein, an meiner Rute, im Herz. Und als ich gar nicht mehr weiter wusste, begann ich zu weinen. Erst ganz leise, nur für mich. Dann scheinbar immer lauter …. so dass ich wohl nicht mehr zu überhören war.«

»Und dann waren da plötzlich diese Stimmen. Die so ganz anders klangen als die, denen meist Steine oder Holz oder Tritte folgten. Stimmen, die mich scheinbar trösten und beruhigen wollten. Ich wär’ sowieso zu schwach gewesen, um mich zu wehren … aber irgendwas in mir sagte mir, ich muss mich gar nicht wehren. Dann merkte ich, dass ich auf einmal in einer Decke steckte, langsam ein bisschen Wärme spürte, und ich wusste: Da will mir jemand helfen, nicht weh tun, wirklich helfen, nicht weh tun, nicht weh tun … Das war unbeschreiblich. «

»Ich weiß noch, dass ich dann in etwas großes Brummendes getragen wurde und ein Zweibeiner neben mir saß. Dass es dann auf einmal sehr sehr hell war. Viele Hände und viele Gesichter waren da … und so viele fremde Stimmen. Sogar Stimmen meiner Art. Aber die weinten gar nicht, die klangen gar nicht traurig oder hungrig, die erzählten bloß. Dann piekte plötzlich etwas an meinem Po …. und es wurde schwarz um mich. Dann schlief ich gefühlt eine halbe Ewigkeit.«

»Das wiederholte sich noch so einige Male. Viel Licht, viel Durcheinander, viele Stimmen, viele Hände. Aber auch – und das war, ich schwör’s euch, einer der besten Momente in meinem Leben – …. ESSEN! Ich bekam ESSEN VOR MICH HINGESTELLT. Ich könnt’ heute noch heulen, wenn ich dran denk. Das passierte dann immer wieder, immer wieder. Bald hatte ich tatsächlich vergessen, wie sich Hunger anfühlt. Oder Kälte. Und das beste: Irgendwann wurde sogar der Schmerz weniger. «

»Dafür hatte ich irgendwann mal nach dem Aufwachen ein ganz komisches Ding unter meiner Nase und um meinen Hals, ich konnte nicht mal mehr meinen Bauch sehen. Aber das tat mir nix, das war nur im Weg. Und scheinbar war es wichtig, denn egal wie sehr ich nervte, die ließen das ne ganze Weile an mir. Aber da war auch sonst noch so einiges an mir, was da nicht hingehörte, lange Schläuche und weiße Bänder und so’n Zeug. Aber irgendwie wusste ich auch diesmal: Das is’ was Gutes, nix Böses. Das is‘ okay.«

»Und ich sollte sowas von recht behalten! Nach einiger Zeit tat mir nämlich fast gar nix mehr weh. Ich konnte wieder aufstehen, ich konnte sogar laufen. Ja, okay, den einen oder anderen Wetterumschwung merke ich heute noch im linken Knie. Aber hey – eine Memme bin ich nicht! Als ich ein paar Wochen später das erste Mal durch den Hof rannte, sind alle Zweibeiner schier ausgeflippt. Ich bekam so viel Lob und Leckereien, dass ich das gleich mehrmals wiederholte. Das mit dem Rennen und Loben lassen klappte ’ne Weile super, ich hatte die echt im Griff. Eines Tages erklärte mir dann jemand, es wäre jetzt Zeit „in mein Zuhause zu fliegen“. Ich wusste nur leider nicht, was das bedeutete.«

»Tja, und was soll ich sagen: Hätte ich geahnt, was dieses „in mein Zuhause fliegen“ bedeutet, ich hätte vor Freude gleich laut geheult. Ich kann das gar nicht richtig beschreiben. Das is‘ wie – wie nennt ihr das immer – „jeden Tag Weihnachten“. In diesem Zuhause gibt es weiches Gras, mindestens ebenso weiche Decken, Himmel, Bälle, Äste, Lob, Leckereien, Sachen zum Draufrumkauen, Laub zum Jagen, volle Näpfe, jeden Tag Abenteuer, Freunde, Sonnenbäder, Wasserplantschen, wieder Lob … ach, ich könnte ewig so weitererzählen. Aber das Beste überhaupt: Ich hab meine eigenen, festen Zweibeiner. Kein Quatsch! Die sind nie gemein und immer da. Nie hätte ich sowas für möglich gehalten. «

»Inzwischen weiß ich auch, warum ich das alles erzählen sollte … weil die Menschen, die mich damals aus dem Graben geholt haben, das gerne mit allen machen möchten, denen es ähnlich geht wie mir damals. Das können sie aber nicht alleine. Dazu brauchen sie Unterstützung. Also um helfen zu können, um zu retten, um aufzupäppeln, um gesund zu pflegen … um mehr wie mich „nach Hause fliegen“ zu können. Leute, glaubt mir, ich weiß wovon ich rede: Das genau ist Glück. Und weil ich am besten weiß, was es bedeutet, dieses Glück zu erfahren, bitte auch ich euch: HELFT MIT. Rettet Leben. So wie meines gerettet wurde … (…) «

Von Herzen DANKE!
Fühlt euch gestupst und bewedelt von
Sophia

Hunger, Kälte, Todeskampf – für unzählige Straßentiere bedeutet insbesondere der Winter unsägliches Leid.

Wir setzen uns ehrenamtlich und buchstäblich grenzenlos für diese Tiere ein. Einige von ihnen können in den Auffangstationen unserer ausländischen Partner gesund gepflegt, geimpft und gechipt und in liebevolle Hände vermittelt werden. Außerdem greifen wir mit unseren Kastrations-Aktionen vor Ort in den Teufelskreis aus ungewollter Fortpflanzung und neuem Elend ein. So können wir Leid verhindern, bevor es entsteht.

Bitte helft uns, zu helfen. Ohne finanzielle Unterstützung sind wir machtlos.
Jeder gespendete Euro fließt ohne Abzug direkt in Futter, medizinische Versorgung und in Arztkosten für die Kastrations-Aktionen.
Jede Spende verändert den Lauf der Dinge, jeder Euro hilft und rettet Leben. 

Unser Spendenkonto:
Tierisch Grenzenlos e.V.
Sparkasse Bamberg
IBAN DE46 7705 0000 0302 2499 82
BIC BYLADEM1SKB

Noch schneller und einfacher gehts via PayPal oder Kreditkarte:

Jetzt  spenden