September 2020

Die Schutzgebühr – was steckt dahinter, was steckt drin?

Es gibt kaum eine Gebühr, die mit so vielen Missverständnissen einhergeht wie die Schutzgebühr für Vermittlungstiere. Vom „Verkaufspreis” für Tiere wird da gesprochen … ab und an taucht sogar die Frage auf, warum es denn überhaupt etwas kostet, wenn man ein notleidendes Tier adoptiert, denn man müsse doch „froh” über die Adoption des Tieres sein. Oder etwa nicht? Wir bringen heute mal ein wenig Licht ins Gebührendunkel!

 

 

Die Schutzgebühr trägt ihren Namen nicht umsonst

Jede seriöse Tierschutzorganisation oder -einrichtung erhebt im Rahmen der Vermittlung und Adoption eine Schutzgebühr. Ein wichtiger Grund für diese Gebühr liegt bereits in deren Namen: Der Betrag „schützt” (zumindest ansatzweise) vor unüberlegten Adoptionen; er stellt eine sinnvolle, finanzielle Hürde dar. Wer sich einmal mit den Zahlen und dem Leid überstürzt adoptierter und wieder zurückgegebener „Retouren-Tiere” beschäftigt, merkt schnell: Dieser Schutz ist richtig und wichtig.

Anteilige Finanzierung der Tierschutzarbeit

Ein zweiter wichtiger Grund für die Schutzgebühr: Sie finanziert einen Teil der Tierschutzarbeit. Mit großem Herz und gutem Willen alleine füllen sich leider keine Näpfe, lassen sich die immensen Kosten nicht finanzieren, die im Schnitt pro Tier anfallen. Somit trägt die Schutzgebühr schlichtweg dazu bei, dass wir überhaupt in der Lage sind, Tierschutzarbeit zu leisten – egal in welcher Form.

Reden wir doch mal Klartext: Zahlen, Daten, Fakten.

Auch wenn der in der Regel mindestens dreistellige Betrag im ersten Moment hoch erscheinen mag: Die Schutzgebühr reicht in der Regel nie zur Kostendeckung. Wir beispielsweise erheben eine Schutzgebühr in Höhe von 330,00 Euro. Um die Differenz zu den tatsächlich auflaufenden Kosten deutlich zu machen, haben wir für euch diese Kosten am Beispiel eines Hundes aufgelistet: 

 

  • Futterkosten pro Monat: ca. 20,00 Euro
    Je nach Aufenthaltsdauer in der Station summieren sich hier durchschnittlich mindestens 60 Euro 
  • Blutuntersuchungen (Mittelmeercheck) = mindestens ca. 90,00 Euro
  • Antiparasitenmittel = ca. 20,00 Euro pro Monat
    Je nach Aufenthaltsdauer in der Station summieren sich hier durchschnittlich mindestens 60 Euro
  • Impfungen = ca. 50,00 Euro
  • Kastration (ab Mindestalter) = ca. 120,00 Euro
  • Kosten für Mikrochip, EU-Heimtierausweis und Ausreisepapiere = ca. 50,00 Euro (alles verpflichtend für die Ausreise des Tieres aus dem Fundland)
  • Transportkosten = ca. 200,00 Euro

In Summe ergeben sich pro Tier also etwa zwischen 420,00 (im „günstigsten“ Fall) und 630,00 Euro.

Bitte beachtet:
Hier sprechen wir von einem einigermaßen „gesunden” Tier. Je nach Konstitution der Fellnase müssen wir also 

  • Behandlungs-, Operations- und Medikationskosten hinzurechnen, die sich nach der individuellen Erkrankung oder Verletzung richten. Mehrere Hundert Euro sind hier keine Seltenheit, sie kommen zur „Standardsumme“ hinzu und belasten die Vereinskasse massiv.

 

Im Durchschnitt verursacht ein gesunder Hund um die 500,00 Euro Kosten, bis er seinen Menschen/seine Familie findet. Muss er darüber hinaus kurz- oder langfristig medizinisch behandelt werden, können sich diese Kosten schnell verdoppeln oder sogar verdreifachen. All diese Kosten bis zur Vermittlung tragen wir gemeinsam mit unseren Projektpartnern.

Schlechte Unternehmer?

Setzt man die oben stehenden Summen nun in Relation mit der Schutzgebühr in Höhe von 330,00 Euro, die wir erheben, erledigt sich jede Frage rund um den „gewinnbringenden Verkauf von Tieren”. Wir wären denkbar schlechte Unternehmer! Vielmehr aber wird klar, wieviel Kraft und Mittel hinter jedem geretteten Tierleben stehen – und wie enorm wichtig deshalb weitere Zuschüsse in Form von Spenden oder Mitgliedsbeiträgen für die Tierschutzarbeit und unseren gemeinnützigen Verein sind.

Ihr habt noch Fragen zur Schutzgebühr?

Zögert nicht, uns anzusprechen.
Wir geben euch jederzeit bereitwillig und offen Auskunft.